2025/2 Unsere Erlebnisse im Geopark

ittlerweile sind wir jetzt schon fast 4 Monate hier in Ungarn und seit dem ist so viel passiert. Wir haben viele neue Erfahrungen gemacht und viel neues gelernt, sind über uns hinaus gewachsen und haben viele neue Menschen und Orte kennengelernt. Gerade sind wir hier noch angekommen und plötzlich sind 4 Monate vergangen. Endlich haben wir uns richtig eingelebt und wurden sogar von Familienmitgliedern besucht, denen wir dann alles ganz genau erklären konnten. Außerdem haben wir einen dreißigstündigen Sprachkurs in Ungarisch gemacht und sind immer noch dabei die Sprache zu lernen. Wir haben sogar schon andere Freiwillige in Kunpeszér und Budapest besucht und konnten in Kunpeszér sogar bei der Arbeit von den Freiwilligen im Kiskunság Nationalpark mithelfen. Nach so einer langen Zeit fragt man sich, was eigentlich alles seit unserer Ankunft passiert ist. Deswegen findet ihr in den nächsten Texten unsere bisherigen Erlebnisse und Erfahrungen:

Szeleta Höhle:

Die erste Aufgabe, die wir im Bükk hatten, war es zur Szeleta Höhle zu wandern und ein Video darüber für unseren Facebook Account zu machen. Den findet ihr übrigens unter dem Namen: ,,Visit Bükk Region//Kulturweit diakok a Bükk-videk Geoparknal´´.

Außerdem sollten wir die Infotafeln überprüfen und den Standort melden. Nach dem wir das erste Mal abbrechen mussten, ging es beim zweiten Versuch durch den wunderschönen Ort Lillafüred los, an einem Wasserfall und an dem See von Lillafüred vorbei und dann mussten wir ein kleines Stück an der Straße gehen, bis wir den Wanderweg erreichten. Wir genossen den tollen Ausblick. Alles war neu für uns und so aufregend. Schließlich erreichten wir die Szeleta Höhle. In der Höhle hörten wir plötzlich Geräusche. Es waren Fledermäuse! Alles filmten wir mit. Als wir unser Videomaterial hatten und alle Infotafeln fotografiert hatten (wir hofften, dass wir alle gefunden hatten), ging es wieder zurück.


Vogelfang- und Beringungs-Camp:

Eines der Events, die uns bisher am meisten geprägt haben, war das “Bird Catching und ringing Camp“.

Wir wurden mit dem Auto abgeholt und unser Tag begann um 4 Uhr morgens in Tiszalúc. Wir waren müde, aber sehr aufgeregt und spannten Netze auf Stegen zwischen Schilf auf, um vorbeifliegende Vögel zu fangen.

Jede Stunde kontrollierten wir die Netze, um zu schauen, dass die Vögel in Sicherheit waren und um ihnen einen kleinen Ring mit einer Nummer an die Beine zu machen. Das erleichtert das Erkennen und Zählen der Vögel. Es wurden die Federn, das Gewicht, der Fettanteil, das Alter, sowie das Geschlecht gemessen und wir notierten alles in einem Heft. Dort haben wir auch etwas die lateinischen Namen der Vögel gelernt.

Hauptsächlich fingen wir Singvögel wie Amseln, Rotkehlchen und Blaumeisen. Natürlich haben wir sie nach der Untersuchung wieder frei gelassen.

Wir haben auch ein größeres Netz für Greifvögel aufgestellt und hatten dann das Glück, einen Mäusebussard zu fangen! Das war sehr aufregend, denn der Vogel wurde im Auto und in den Armen von Istvan zu den Besuchern gefahren.

Am Abend schliefen wir in Zelten und übernachteten dort mitten in der Wildnis. Das war so spannend und nicht nur ein tolles Abenteuer, sondern auch ein großer Vorteil, da die meisten Vögel am frühen Morgen aktiv sind.

Das Vogelberingungscamp war eine wirklich tolle Erfahrung! Es hat uns bewusst gemacht, dass jeder kleine Schritt, sei es auch nur die Bestimmung des Alters eines Vogels, zum Naturschutz beitragen kann.

Wenn wir verstehen können, wie Vögel wandern, wie groß ihre aktuelle Population ist und Rastplätze identifizieren, können wir nicht nur Rückschlüsse auf ihr Wohlbefinden, sondern auch auf den Zustand der Landschaft ziehen.

Wir haben so viel gelernt, dass jedes Mal, wenn wir einen Singvogel sehen oder hören, unser innerer Vogelexperte wieder aktiv wird!


Unsere erste Guided Tour:

Unsere erste eigene Guided Tour durch den Szeleta Park war sehr aufregend. Doch leider wurde ich (Laura) nach dem Bird Catching Camp krank und war daher nicht ganz fit. Dennoch ging ich

zum Szeleta Park. Wir sollten Geologen durch das Besucherzentrum führen. Nach langer Recherche, hatten wir viele Stichpunkte gemacht und uns gut vorbereitet und auch mehrmals geübt. Noch einmal übten wir, bevor alle Geologen kamen und dann führten wir sie auf Englisch durch die Ausstellung, mit unseren Notizen in der Hand. Wir erklärten alles über den Bükk Nationalpark, wie zum Beispiel die Geologie, Höhlen, Quellen, den Bükk als „Dark Sky Park“, Flora und Fauna und vieles mehr.

Den Leuten gefiel es und wir waren erleichtert und stolz, als wir es geschafft hatten. Holten uns natürlich aber auch Feedback und Verbesserungsvorschläge ein. In Zukunft sollen wir auch Guided Tours für Besucher geben und dies nicht nur im Szeleta Park, sondern auch in zwei Höhlen. In der Szent István Höhle und der Anna Höhle.

Dies ist eine gute Möglichkeit sich mit dem Bükk auseinanderzusetzen, denn nicht nur die Besucher lernen etwas Neues, sondern auch wir haben viel neues gelernt und können unsere Englischkenntnisse verbessern.


Denube-Meeting:

Wir durften Mäuschen bei dem Danube GeoTour Plus- Projekt spielen und bei kreativen Brainstormings, als auch hitzigen Diskussionen live dabei sein!

Das Danube GeoTour Plus- Projekt ist ein internationales, sowie transnationales Projekt im Rahmen des Interreg Danube Region-Programm. Dieses Projekt wird größtenteils von EU-Mitteln finanziert. Durch das Projekt soll die Vernetzung und Kommunikation unter Geoparks und Nationalparks entlang der Donau gestärkt werden. Bei dem Treffen ging es hauptsächlich darum, sich mit den anderen Parks auszutauschen, sich abzusprechen, wie bestimmte Probleme gelöst werden können oder Ideen zu sammeln, wie nachhaltiger Tourismus im eigenen Park gewährleistet werden kann. Teilnehmende Parks kamen zum Beispiel aus der Slowakei, aus Österreich und Slowenien, Deutschland, aber auch aus Ungarn selber.

Die Versammlung ging drei Tage lang und fand hauptsächlich in Bükkszentkerest, einem Ort mitten im Bükk Geopark statt. Jeden Tag war ein anderes Thema Schwerpunkt.

Tag 1:

Thema waren verschiedene Überwachungssysteme zur Erfassung von Touristenzahlen. Also Technologien, mit denen gemessen wird, wie viele Besucher einen Park betreten, von welchen Seiten und zu welchen Zeiten beliebte Orte genutzt werden. Bei möglichen Lösungen spielen Stromverbrauch oder Kosten eine wichtige Rolle, da Parks nur über begrenzte Budgets verfügen. Moderne mmWave-Sensoren gelten zwar als neueste Technologie, verbrauchen jedoch noch zu viel Energie. Zudem müssen rechtliche Vorgaben beachtet werden, da Kameras in vielen Gemeinden kritisch gesehen werden – selbst wenn keine Personen direkt aufgezeichnet werden.

In zwei Workshops wurde diese Problematik live dargestellt: Die Gruppen sollten überlegen, wo Monitoring-Tools am sinnvollsten platziert werden können. Dabei mussten Störfaktoren wie fallende Blätter oder Äste, sowie der Schutz der Sensoren vor Tieren und Besuchern berücksichtigt werden. Sich mal in die Rolle eines Geoparks reinversetzten zu können und reale Lösungen zu entwickeln, war sehr spannend.

Fun Fact am Rande: In manchen Geoparks kommt dieselbe Sensorik zum Einsatz wie in der Raumfahrt!

Tag 2:

Beschreibe dich, ohne zu sagen, was du machst! Das war der Einstieg in Tag 2, wo sich alles rund ums Thema Social Media gedreht hat. Kreativ zeigen, was z.B. wichtige Werte des Geoparks sind oder was ihn ausmacht, ohne Text zu verwenden, ist gar nicht so einfach. Es ging um Fragen wie: ,,Wie präsentiere ich online am besten meinen Geopark/Nationalpark?‘‘, ,,Wie und wo dreht man am besten ein Imagevideo?‘‘ und die schwierigste Frage: ,,Wer dreht solche Videos und mit welchem Geld?‘‘

Wir haben Präsentationen zur Nutzung von Videobearbeitungsprogrammen gesehen und anschließend in Kleingruppen selbst ein Video zu einem Thema erstellt. Ziel war es, die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu gewinnen und Inhalte kreativ zu vermitteln. Besonders schön war, dass unsere eigenen Ideen einbezogen wurden und wir aktiv mitarbeiten konnten. Unser Ergebnis war ein Tik-Tok-Video! Abends ging es dann noch zum Bükk-Observatorium, wo wir eine Führung durch die Sternenwarte bekommen haben. Leider war der Himmel sehr bewölkt, weshalb wir keine Sterne sehen konnten. Dafür war der 3D-Film ein umso schönerer Abschluss des Tages!

Tag 3:

An Tag 3 wurden alle Mitglieder des Danube GeoTour Plus- Projekts von der Direktorin des Bükk-Nationalparks im Szeleta-Visitor Center begrüßt. Danach haben Laura und ich unsere erste eigene englisch geführte Tour durch die Ausstellung im Visitor Center gegeben. Wir waren ganz schön aufgeregt, aber haben es für das erste Mal ganz gut gemeistert. Dazu aber mehr im Bolg Post ,,Our first guided tour‘‘. Anschließend haben wir noch eine Wanderung in Lillafüred zur Szeleta-Höhle gemacht, wo plötzlich einer der Teilnehmer (er war Paläontologe) rief: ,,Ich habe einen echten Bären-Zahn gefunden!‘‘ Ob das wirklich stimmte, weiß ich bis heute nicht, aber jeder konnte auf jeden Fall lachen! Auf einem Aussichtsturm (Zsofia-Kilato) waren wir auch und haben eine weitere Höhle (Kecske-Lyuk) besichtigt. Ziemlich geschafft kamen wir dann von der 4 ½ Stunden langen Wanderung im Szeleta Park wieder an.

Ich fand es sehr interessant, bei einem solchen Treffen dabei sein zu dürfen! Ich bin jeden Abend müde ins Bett gefallen, da es recht anstrengend war, den ganzen Tag auf Englisch zu reden und englischen, sehr aufregenden Diskussionen über schwere Themen zu folgen.

Trotzdem war es super spannend, ich habe viele neue Dinge über nachhaltigen Tourismus in Geoparks erfahren. Ich habe gelernt, wie wichtig Touristenüberwachung für das Besuchermanagement ist, dass Pilotprojekte Zeit brauchen, um verwendbare Daten liefern zu können und wie wichtig die Rolle von Social Media für die Präsentation des Geoparks ist. Auch habe ich gelernt, wie man am Besten die Aufmerksamkeit einer großen Gruppe behält, um eine Tour präsentieren zu können oder welche Pflanzen essbar sind und welche nicht.

Ich habe spannenden Geschichten von unterschiedlichen Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern gehört, aber eins haben sie alle gemeinsam: die Leidenschaft zur Natur und den Wunsch, sie zu schützen, zu bewahren und verantwortungsvoll mit ihr umzugehen, sodass auch kommende Generationen sie erleben können!


Wanderung zu den Bienenstock Felsen:

Wir waren bei einer Wanderung zu den Bienenstock Felsen (oder auf Ungarisch Kaptarkövek) dabei und in einer großen Gruppe, mit Menschen aus Polen, unterwegs.

Die Sonne schien und es wurde viel auf Ungarisch und Polnisch erklärt, wovon wir leider nichts verstanden. Dennoch war es interessant die Bienenstock Felsen zu sehen und unsere Ansprechperson übersetzte zwischendurch für uns.

Wir haben viele neue Informationen erfahren, die ihr im Folgenden lesen könnt:

Bienenstock Felsen sind Steine mit Löchern, die durch vulkanische Aktivität während der Eiszeit geformt wurden. Sie bestehen aus weichem vulkanischem Tuffmaterial, das leicht zu formen ist. Deshalb haben die Menschen sie für verschiedene Dinge benutzt. Niemand weiß für was die Menschen diese Nischen wirklichen benutzt haben, jedoch gibt es drei Theorien:

1. Die Löcher wurden verwendet, um Urnen mit der Asche der Verstorbenen darin aufzubewahren.

2. Die Löcher konnten von Imkern genutzt werden -> daher kommt auch der Name "Bienenstock Felsen".

3. Die Löcher wurden verwendet, um Götzenbilder für Opfergaben während alter Rituale aufzubewahren.

Wir haben Bienenstock Felsen an verschiedenen Orten gesehen, zum Beispiel in Cserépfalu und in Szomolya auf dem "Bienenstock Felsen-Naturlehrpfad".


Geopark Treffen und Wanderung:

Wir waren im Herbst bei einem Geopark Treffen, bei einer Wanderung mit dabei.

Die Wanderung startete in einem kleinen Dorf und wir waren mit einer Gruppe unterwegs. Weiter ging es dann über ein Feld und es war sehr neblig. Trotzdem genossen wir die Landschaft, die durch den Nebel sehr verwunschen wirkte. Ich finde aber, dass jedes Wetter etwas Besonderes hat. Zwischendurch wurden immer Pausen gemacht und es wurde viel auf Ungarisch erklärt, wobei wir uns jedes Mal freuten, wenn wir ein Wort hörten, das wir verstanden. Schließlich ging es weiter durch einen Wald und wir kamen auch an einem alten Bunker vorbei, den wir uns bewundernd und interessiert anschauten, bis wir dann wieder auf dem Feld waren und von dort aus zurück ins Dorf gingen. Insgesamt hatten wir 10 Kilometer zurückgelegt und fuhren dann voller neuer Eindrücke wieder zu unseren Wohnungen.


Das erste Mal im Herman Ottó Gymnasium:

Von Anfang an stand fest, dass wir nicht nur im Geopark arbeiten, sondern auch wie unsere Vorfreiwilligen in einem Gymnasium sein würden. Am ersten Tag in der Schule wurden wir herzlich in Empfang genommen. Vorher wussten wir nicht so richtig, was wir dort machen würden. Deutsch-, Englisch- und dann vielleicht noch Musikunterricht wurde uns beim Kennenlerngespräch gesagt. Doch es stellte sich heraus, dass wir im Deutschunterricht mit dabei sein würden, um den Schülerinnen und Schülern beim Deutsch lernen zu helfen. Die Arbeit dort ist sehr abwechslungsreich, denn wir sind einerseits im Unterricht mit dabei (von der 5. bis zur 12. Klasse) und andererseits führen wir Einzel- oder kleine Gruppengespräche, um manche Schüler auf ihre DSD Prüfungen vorzubereiten. Außerdem geben wir sogar Unterricht ganz allein. Das war beim ersten Mal total aufregend, als feststand, dass wir den Unterricht allein machen werden. Außerdem war ich (Laura) schonmal Aufsicht bei einer Prüfung. In dem Gymnasium gibt es sogar ein Deutschzentrum, in dem wir regelmäßig im Unterricht unterstützen. Momentan sind wir zweimal in der Woche in der Schule und es hat uns schon viel gebracht, da wir durch den Unterricht lernen spontaner zu werden und offener zu reden. Außerdem haben wir auch dort viele neue Menschen kennengelernt.


Probenentmahme mit einer Geologiestudentin in der Szent István Höhle:

Wir waren mehrmals bei Höhlen Probenentnahmen in der Szent István Höhle in Lillafüred mit einer Geologiestudentin (Laura) dabei und haben bei der Probenentnahme geholfen. Uns wurde hierbei viel erklärt und wir haben die Höhle mit ihren Stalaktiten und Stalagmiten bewundert. Das war sehr spannend und wir haben dabei viel Neues gelernt. Aber was hat Laura eigentlich dort genau untersucht?

Bei ihrer Arbeit möchte Laura herausfinden, ob Tourismus und der Besuch von Menschen, die Kohlendioxidkonzentration beeinflussen. Hierbei misst sie das CO2 Niveau in Bereichen der Höhle, die offen für Besucher sind und vergleicht sie mit Bereichen, die für Besucher meistens geschlossen sind. Mit den Daten kann sie dann die Tage erkennen, an denen viele Besucher in der Höhle waren oder Tage herausfinden, an welchen Tagen besondere Ereignisse waren. Das ist echt total spannend und es war auch sehr interessant mit dabei sein zu dürfen. Sie untersucht auch, ob das CO2 Level danach wieder sinkt. Außerdem wird eine Analyse der stabilen Isotope durchgeführt. Hierdurch können Rückschlüsse auf vergangene und aktuelle Klimazonen gezogen werden. Dies zeigt uns viel über den Klimawandel, der aktuell stattfindet und wir können aus der Vergangenheit lernen.


Brennesseln entfernen, um geologische Geschichte zu enthüllen:

Wir haben dabei geholfen, einen sehr wichtigen geologischen Platz zu säubern. Dort haben wir Brennnesseln entfernt, sodass Menschen diesen Ort besuchen können und dadurch einen besseren Blick auf die Steinformation haben. An diesem Ort konnten wir die verschiedenen Gesteinsschichten sehen, die zeigen, wie sich das Gebiet in den letzten Millionen Jahren verändert hat. In den Felsen sind viele Meeresfossilien, wie Muscheln zu finden. Daran erkennt man, dass das Gebiet einst von Meer bedeckt war.

Dort ist die Grenze zwischen zwei wichtigen Gesteinsformationen deutlich sichtbar: Kalkstein & Meilenformationen.

Das war total spannend und wir haben sogar Reste von einer versteinerten Muschel gefunden. Mit Gartenscheren und Harken entfernen wir also die Brennnesseln, nach dem sie klein geschnitten hatten. Das hat viel Spaß gemacht und war nach einer Zeit ganz schön anstrengend. Aber es hat sich gelohnt, denn wo vorher überall Brennnesseln wuchsen, war nun wieder Platz.

Danach ging es weiter zu einer ca. 12 km langen Wanderung bis auf das 600 Meter hohe Bükk Plateau hoch. Auf dieser Wanderung haben wir unsere erste Quelle und noch viele weitere hier in Ungarn gesehen.

Als wir oben angekommen waren, sahen wir den Ausblick, der einfach nur traumhaft war. Schließlich ging es nach einer kurzen Pause weiter, bis wir wieder in dem Ort ankamen.


To be a mammoth once in a lifetime:

Einmal im Leben ein waschechtes Mammut sein? Das durfte ich erleben! Aber fangen wir von vorne an: Zur Adventszeit fand an ein paar Wochenenden in Lillafüred ein kleiner Weihnachtsmarkt statt. Dort haben sich Menschen als Trolle und Elfen verkleidet, die dem Weihnachtsmann beim Geschenke verteilen halfen. Märchenprinzessinnen haben Familien jeden Abend von der Holzeisenbahn abgeholt, welche die Besucher aus Miskolc hoch nach Lillafüred ins Bükk-Gebirge gebracht hat.

Und auch der Szeleta-Park hatte einen Stand dort aufgebaut, wo Kinder Memory mit verschiedenen Tieren aus dem Bükk spielen konnten. Und meine Aufgabe war es dann, mich als Mammut zu verkleiden und das ,,Maskottchen‘‘ des Parks zu spielen. Das Kostüm wurde mit einem eingebauten Ventilator aufgeblasen und ich muss zugeben, dass man nicht sehr viel durch das kleine Fenster sehen konnte. Natürlich konnte ich auch kein Wort ungarisch verstehen. Und klar, das Verkleiden war hauptsächlich dafür gedacht, dass Menschen mehr über das Szeleta und die Angebote des Bükk-Nationalpark erfahren und ich als cooles Foto-Motiv die Menschen dazu einlade. Aber es war definitiv eine schöne Erfahrung, in einem lebensgroßem, total süß aussehendem Mammut Kostüm, jedes Mal wieder ein Lächeln in die Gesichter der Kinder zaubern zu können! Und auch wenn ich leider kein ungarisch sprechendes Mammut war, bin ich jetzt definitiv ein singendes Mammut, denn die ungarischen Weihnachtslieder kann ich jetzt auswendig 😉



5. Dezember: Welttag des Bodens:

Zum World Soil Day waren Laura und ich an der Miskolc Universität und haben uns das größte Bodenkundschaftsarchiv (Kollektion von Probennahmen aus dem Boden) in der Kaparten Region angeschaut. Die gesamte Sammlung besteht aus ca. 400 Objekten und ist das Ergebnis von über 25 Jahren Sammlertätigkeit. Davon wurden 60 Bodenfragmente in der Universität ausgestellt. Die Ausstellung zeigt die Bodendiversität des Karpatenbeckens, aber auch Monolithen (Bodenproben) aus vielen anderen Regionen. Insgesamt aus zehn Länder auf vier verschiedenen Kontinenten.

In der Universität hat Dr. Dobos Endre, Professor für Geographie und Geoinformatik, viel über die Monolithen erzählt. Die Monolithen sind sortiert nach ihrer Herkunft und ob diese aus Böden von Wäldern oder Flachland entnommen wurden. Jedes Stück hat seine eigene Geschichte. Er hat erklärt, dass die unterschiedlichen Farben aufgrund von Erosion zustande kommen. Dieses Phänomen hat er auch im Freien, an einem Abschnitt des Ausstellungsgeländes im Wald demonstriert. Wir haben den ,,Querschnitt‘‘ des Bodens gesehen, der zunächst braun-gelb gefärbt war und je höher man die zur Oberfläche geschaut hat, desto braun-schwarzer wurde die Erde.

Laura und ich haben ein Video von dem Archiv in der Universität und auch der Ausstellungsstätte gemacht und dieses auf unserem Facebook Kanal zu Ehren des World Soil Days gepostet.

Gerne mal reinschauen: https://www.facebook.com/61581826731240/posts/the-...

Aber warum analysieren Forscher den Boden so genau?

Mit Bodenprofilen wie diesem, kann viele Dinge über das Klima, die Geologie, die Landschaft sowie die Landschaftsbildung und Nutzung lernen. Durch das Verständnis des Profils lässt sich nachvollziehen, was in der Vergangenheit geschehen ist – und noch wichtiger: es ermöglicht, vorherzusagen, was sich in Zukunft entwickeln wird!

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